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Der Lebensweg einer pilzwiderstandsfähigen Rebsorte

umkehrerziehung_neuWenn sich die Freiburger Studentinnen wieder einmal Ende Mai bis Ende Juni darüber wundern, dass das hiesige Weinbauinstitut in Zeitungsannoncen um ihre Hilfe beim Kastrieren bittet, dann basiert das in der Regel auf die unspektakuläre Arbeit im Rahmen einer klassischen Kreuzungszüchtung mit dem Ziel pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIS) zu gewinnen. Das Kastrieren der Muttersorte verhindert dabei die Selbstbestäubung, weshalb diese mit einer gewünschten Vatersorte sozusagen auf künstlichem Wege bestäubt werden kann. Eine erfolgreiche PIWI-Sorte wird dabei mit zig verschiedenen uns bekannten, unbekannten, alten, neuen, pilzanfälligen und pilzwiderstandsfähigen Rebsorten aus Amerika oder Asien gekreuzt, je nach dem auf welche Leistungsmerkmale besonderes Augenmerk gelegt wird. Die so gewonnenen Sämlinge werden anschließend solch unvorstellbar quälenden Prozeduren ausgesetzt, die jeden Pflanzenfreund schaudern lassen. In Gewächshäusern werden diese wochenlang auf ihre Resistenzeigenschaften hin geprüft, indem sie dort gezielt mit eben jenen Pilzkrankheiten infiziert werden, die die Weinwelt seit deren Auftreten in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schach halten. 97% sämtlicher Sämlinge halten dieser Folter nicht stand. Danach müssen sich die dem Sensenmann von der Schippe gesprungenen jahrelang im Freiland bewähren. Ab jetzt zählen aber nicht mehr alleine ihre Resistenzeigenschaften, sondern sie müssen sich auch hinsichtlich des Wuchses, Blüte- und Reifeverlaufes sowie natürlich des Ertrages und ihrer eventuellen Anfälligkeit für andere Krankheitserreger bewähren. Nicht zuletzt werden jetzt auch bestimmte für die spätere Weinbereitung unabdingbare Eigenschaften offensichtlich, wie z.B. ihr natürlicher Zucker- oder Säuregehalt. Und als ob diese Auslesekriterien nicht schon streng genug gewesen wären, stehen sie nun vor dem ultimativ schwierigsten Test, der sensorischen Bewertung. Gleich einem Inquisitionstribunal wird eine Gruppe von Verkostern die Weinqualität der Vorgeführten beurteilen, wobei Geruchs- und Geschmackseigenschaften jener der traditionellen Sorten mindestens standhalten müssen, besser noch übertreffen sollten. Sozusagen 99% aller Verhörten verschwinden dabei auf Nimmerwiedersehen und nur 1% wird in die Freiheit entlassen, d.h. sie werden als praxistauglich erachtet und zunächst für den Versuchsanbau zugelassen. Vom Kastrieren bis jetzt sind 20-30 Jahre vergangen und erst die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, ob sich diese Sorte dann letztendlich am Markt durchsetzt, bzw. ob sie vom Winzer und vor allem vom Verbraucher angenommen wird. Schon unzählige PIWIS, die sich sicher im heimischen Weinberg fühlten, teilten am Schluss doch noch das Schicksal ihrer verschollenen Brüder und Schwestern. Jene aber, die es bis ins Vitamarkt-Sortiment schafften, können auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken, die sie auf ihrem Weg in die Zukunft stärken wird.    

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